Stärkung der kantonalen Einheit

  • Kantonaler Zusammenhalt als neue, zentrale Bestimmung
  • zwei gleichgestellte Amtssprachen
  • dezentrale Kantonsverwaltung und Aufgabenerfüllung in Regionen


Mit verschiedenen Artikeln will der Verfassungsentwurf das Verhältnis zwischen dem Ober-, dem Mittel- und dem Unterwallis verbessern. So findet sich bereits in den einleitenden Bestimmungen des neuen Entwurfes ein eigener Artikel über den kantonalen Zusammenhalt. Darin verpflichtet sich der Kanton, auf seine Einheit und Vielfalt zu achten und sprachliche, kulturelle, geografische und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. Ein Novum.


Französisch und Deutsch sind nicht wie bis anhin nur Landessprachen, sondern neu gleichwertige Amtssprachen. Jede Person kann sich also zukünftig in seiner Muttersprache an die kantonale Verwaltung und an kantonale Institutionen wenden. Gerade für die Menschen aus dem Oberwallis, die beispielsweise nach Sitten zur Kantonsverwaltung oder in das Spital müssen, ist das eine substanzielle Verbesserung. Zudem soll der zweisprachige Unterricht in den Schulen stärker gefördert werden. 

Für das Oberwallis bringt die neue Verfassung auch den grossen Vorteil, dass kantonale Dienststellen und öffentlich-rechtliche Institutionen in den Regionen verteilt sind. Die Kantonsverwaltung soll also nicht mehr nur in Sitten beheimatet sein. Darüber hinaus wird auch die staatliche Garantie für einen dezentralen Zugang zur medizinischen Grundversorgung für mehr Bürgernähe sorgen.


Politisch erhalten die drei Hauptregionen Ober-, Mittel- und Unterwallis im siebenköpfigen Staatsrat je einen Sitz garantiert. Ebenso müssen in den Kommissionen des Grossen Rats die drei Hauptregionen stets angemessen vertreten sein und bezüglich der Wahl des Ständerats gibt es einen Schutzmechanismus für das Oberwallis: bei einem langfristigen Ungleichgewicht der Sprachregionen kann die Gesetzgebung diesen Missstand korrigieren.