Neugliederung Kantonsgebiet

  • Sechs Regionen statt 12 Bezirke und 2 Halbbezirke
  • Regionen als Bindeglied zwischen Gemeinden und Kanton
  • Der komplizierte doppelte Proporz («Pukelsheimer») verschwindet mit neuen Wahlkreisen 


Der Verfassungsentwurf sieht vor, die 12 Bezirke und 2 Halbbezirke durch sechs neue Regionen zu ersetzen. Die künftigen Regionen bilden die Zentren Brig, Visp, Siders, Sitten, Martinach und Monthey und entsprechen damit der heute gelebten Realität der meisten Einwohner des Kantons. 

Die Industrie-, Gesundheits- und Bildungszentren im Tal werden jeweils ergänzt
durch starke touristische und landwirtschaftliche Gemeinden und Akteure in den
ländlichen und Berggebieten. So kann es gelingen, eine bessere regionale und wirtschaftliche Dynamik zwischen Berg und Tal anzustossen. Die Regionen bilden zudem ein grösseres und kräftigeres Gegengewicht zum Kanton und können so vermehrt als Mittler zwischen Gemeinden und Kanton auftreten. 

Die heutigen 12 Bezirke und 2 Halbbezirke aus dem Jahre 1848 sind zu klein, zu starr und sie erschweren durch kleinräumiges Denken überregionale Prozesse. Die Zeiten, wo sich jedes Dorf und jeder Bezirk nur auf sich selbst fokussieren, machen im 21. Jahrhundert keinen Sinn mehr.

Mit dem Auflösen der 12 Bezirke und zwei Halbbezirke verschwinden auch die bisherigen 14 Präfektinnen und Präfekte, die nur noch ein Erbe der napoleonischen Zeit darstellen. Sie werden ersetzt durch sechs Regionalkoordinatorinnen, welche von den Gemeindevertretern der jeweiligen Region bestimmt werden. Diese Koordinatoren sollen interkommunale Projekte anstossen und begleiten. 

Politisch bilden die neuen sechs Regionen auch die Wahlkreise für den Grossen Rat. Dadurch können die Stimmberechtigten mehr Abgeordnete wählen als aktuell und jede Stimme zählt gleich viel. Durch die neuen Kreise kann also der unliebsame, Doppelproporz, der «Pukelsheimer» wieder abgeschafft werden. Dieser kommt aktuell gemäss Entscheid des Bundesgerichts zur Anwendung, weil mindestens 7 (Goms, Östlich-Raron, Westlich-Raron, Leuk, Ering, Entremont und St. Maurice) der total 14 Bezirke als Wahlkreise zu klein sind.